Starthaus
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Diese zwei Fotos ermöglichen den Blick ins Herz der Pyramide des Quetzalcoatl. So oder ähnlich aufwendig dekoriert waren alle mexikanischen Pyramiden, bevor sie der Zahn der Zeit zu harmlosen Hügeln verstümmelte.

Etwas löwenartig präsentiert sich da der vielfache Kopf der gefiederten Schlange, die für Quetzalcóatl, den Gott der Schöpfung steht. Die Brillen-Masken verehren Tlaloc, den für die Landwirtschaft und den Regen zuständigen Gott. Es ist gut nachvollziehbar, warum Naturvölker den 'Ernährungsminister' gleich neben den 'Premier' in ihrem Götterpantheon platzierten - Amerika war da keine Ausnahme.

Nun gilt es über 2 km bis zur Sonnenpyramide zurückzulegen. Die Augen können's kaum glauben, dass das Massiv noch so weit entfernt sei, und es sind eher die Beine, die sich schnell davon überzeugen ...

Annelins Aufstieg war nicht ohne. Und er zeitigte auch merkwürdige Folgen. Nichtsdestotrotz, es hat sich sehr wohl gelohnt, 'zu den Göttern aufzusteigen', egal wie lungenzerreißend 220 Treppenstufen in 2.500m-Höhe wirken mögen. (empfohlen werden auch 2 weitere schöne Aufnahmen der Sonnenpyramide von der Calzada de los Muertos aus - im Ulrich-Album)

Und wiederum 1-km-Spaziergang über die Straße der Toten. Entlang der Hauptachse der 'Stadt, wo man zu Gott werde' - wie der Name Teotihuacán verheißt, reihen sich unzählige Treppenläufe zu einstigen Palastbauten. In diesem Stadtbereich durfte damals nur Adel verkehren; heute treffen sich hier die 'feinen' Touristen aus aller Herrenländern und arme Souvenirhändler - manche davon sehr aufdringlich, wie sich Annelin überzeugen musste.

Ein Händler hat sie aber mit seiner Bescheidenheit (?) erreicht, und ein gravierter Obsidianblock wechselte in Annelins Beutel. Und das kurz bevor sie die Treppe der Mondpyramide in Angriff nahm...

Der Aufstieg auf die Mondpyramide ist keine große Herausforderung - sie ist ja auch nur 45m hoch. Sie bietet den schönsten Ausblick auf die ganze Anlage. Rechter Hand warten noch einige Paläste auf den Besuch...

Hier konnte Annelin der Lebensqualität der alten Bewohner nachspüren. Der Quetzalpápalotl-Palast (oben) ist zwar 'nur' eine Rekonstruktion, aber kein Tourist würde im Traum daran denken, diese mildtätige Geste der wahrheitssüchtigen Archäologen nicht hochzuschätzen. Endlich intakte Bauten, endlich kann frau einen lebendigen Eindruck vom Alltagsumfeld gewinnen! Die Euphorie dämpfte ein wenig die Entdeckung, dass die Indianer kein Tageslicht in ihren Wohnräumen mochten - grundsätzlich!!! Schwer nachzuvollziehen. Eine absolut fensterlose Zivilisation...

Daneben präsentiert sich das Palacio de los Jaguares mit seinen original erhaltenen Fresken und einer etwas unheimlichen Atmosphäre ...

Alina grün